Titelbild Genossenschaft
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Die Genossenschaft: Wie’s funktioniert

Wild Kitchen bedeuted neben Fermentieren und Probiotika vorallem eines: Gemüse. Wir bei Wild Kitchen lieben Gemüse und unsere nützlichen Darmbakterien ernähren sich hauptsächlich von den im Gemüse enthaltenen Präbiotika. Vor zwei Jahren wurden meine Familie und ich Mitglied in unserer  lokalen Zürcher Gemüsekooperative Meh Als Gmües. Das „Mehr“ in mehr als Gemüse hat zwei Bedeutungen – zum einen haben wir Pläne und Ideen für weitere Produkte wie Obst, Beeren und möglicherweise in Zukunft sogar Honig oder Eier. Das „Mehr“ bedeutet aber auch, dass die Genossenschaft nicht nur Lebensmittel produziert, sondern auch Freundschaften unter den Mitgliedern ermöglicht und viele andere Aktionen durchführt. Unsere geliebte Gemüsegenossenschaft hat einen festen Platz in unserer Familie und wir verbringen regelmässig Zeit in der schönen Gärtnerei, zum Arbeiten aber auch zum Spass haben. Deshalb werde ich in Zukunft regelmässig darüber schreiben hier. Als erstes: wie die Genossenschaft funktioniert.

Die Mitglieder

Die Genossenschaft wurde vor drei Jahren gegründet. Wir begannen mit 150 Mitgliedern und erhöhten die Mitgliederzahl später auf 240 Personen. Jede Person bezahlt einen Jahresbeitrag und ist aufgefordert 20 Arbeitsstunden pro Jahr zu leisten. Das ist nicht viel Arbeit und viele Genossenschafter leisten viel mehr Stunden, weil es so grossen Spass macht. Es gibt verschiedene Jobs zur Auswahl, von der Pflanzung, Bewässerung und Ernte der Produkte auf den Feldern bis hin zum Transport der Gemüse zum lokalen Depot mit dem Fahrrad, und Verwaltungsarbeiten wie die Pflege der Website oder die Verwaltung der Finanzen. Alle Jobs sind im Online-Tool der Genossenschaft aufgelistet und die Mitglieder können sich dort für Jobs anmelden. Frank, unser einziger professionelle Gärtner, macht die Gemüse-Jahresplanung und instruiert uns Laien auf den Feldern und in der Gärtnerei. Darüber hinaus gibt es knapp 20 Arbeitsgruppen – Gruppen von ehrenamtlichen Mitgliedern, die sich regelmäßig mit spezifischen Themen wie Ernteplanung, Kompost, Pilzzucht, Konserven, IT, Veranstaltungen und mehr beschäftigen. Die Feldarbeit findet unter der Woche und an den Samstagen statt; populär ist beispielsweise das regelmässige Donnerstag-Feierabend-Jäten. Samstags kochen ein bis zwei Mitglieder Mittagessen für alle die auf dem Feld arbeiten. Den Kindern steht eine grosse Auswahl an Kinder-Gartentools und Spielzeugtraktoren zur Verfügung, und ab und zu enden die Arbeitstage mit Bier und Pizza aus dem Pizzaofen im Freien. Kein Wunder, dass viele Leute mehr Stunden arbeiten als sie müssen!

Das Gemüse

Die Genossenschaft wurde gegründet, als vor einigen Jahren eine Baumschule in Zürich Affoltern geschlossen wurde. Die Genossenschaft übernahm die Gewächshäuser und pachtete zwei Felder in der Nähe. Die Genossenschaft baut ein beeindruckendes Gemüsesortiment an und ist bestrebt, die Biodiversität zu erhöhen, indem sie auch vergessenes, einheimisches Gemüse anbaut welches in den Supermärkten nicht zu finden ist. Dies wiederum hatte zur Folge dass wir Mitglieder ab und zu etwas ratlos waren in der Küche mit den fremden Gemüse. Ich habe deshalb die Webseite Meh Als Rezepte ins Leben gerufen, auf welcher ich von den Mitgliedern eingesendete Gemüse-Rezepte veröffentliche.

Von Frühjahr bis Herbst erhalten die Mitglieder jede Woche eine große Auswahl an Gemüse, im Winter bestehen die Wochenchargen aus einer schönen Auswahl an Wintergemüse und Gemüse, das im Herbst eingelagert worden war. Alle Gemüse sind aus biologischem Anbau, ohne Verpackung und wird nur mit dem Fahrrad transportiert.

Die wöchentliche Lieferung

Das Gemüse wird am Freitagmorgen in Zürich Affoltern geerntet von Mitgliedern, die besonders tapferen sind diejenigen die bei Regen und Wind ausrücken um für uns 240 hungrige Mäuler zu ernten. Die Gemüsedepots befinden sich in Zürich Affoltern und Oerlikon; weitere tapfere Mitglieder bringen die vielen Kisten Gemüse jede Woche mit dem Fahrrad nach Oerlikon. Die Mitglieder haben 24 Stunden Zeit um ihren Anteil Gemüse abzuholen, bevor die Depots für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden um Food Waste zu vermeiden. Im Depot wiegen und verpacken die Mitglieder ihr eigenes Gemüse gemäss einer Wochenliste, die angibt, wie viele Gramm von welchem Gemüse jedes Mitglied erhält.

…übrigens, es hat immer wieder freie Ernteanteile ausgeschrieben auf der Webseite von Meh Als Gmües!