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Buch: Fermentieren von Wildpflanzen

„Neue Praxis und Kultur einer altbewährten Konservierungsmethode“

 

Titel: Fermentieren von Wildpflanzen
Autoren: Michael Machatschek & Elisabeth Mauthner
Verlag: Böhlau Verlag
Anzahl Seiten: 502
Erscheinungsjahr: 2019

Die Literatur über das Fermentieren von Wildpflanzen ist nicht gross; zumindest mir ist im deutschen Raum kein Buch bekannt (im englischen gibt es die Bücher von Pascal Baudar, welche ich sehr schätze). Aus diesem Grund hatte ich mich sehr gefreut über die Neuerscheinung des Buches Fermentieren von Wildpflanzen vor wenigen Monaten. Das Buch ist sehr umfassend und deckt sämtliche Themen und Teile von Wildpflanzen ab. Es ist eingeteilt in die folgenden Themenbereiche: fermentierte Blätter, fermentierte Baumblätter und Sauerblätter, fermentierte Sprossen und Triebe, fermentierte Stiele und Stängel, fermentierte Blütenknospen, fermentierte Blüten und Blütenstände, milchsauer vergorene Pilze, wilde Wurzeln, fermentierte Früchte und Nussfrüchte, unreife Samen fermentiert, fermentierte Getränke für den Hausgebrauch. Diesen Kapiteln voran geht eine Einführung in die Fermentation von Lebensmitteln.

Das Buch enthält sehr viele Bilder, sowohl von den Pflanzen als auch von Fermentationsprozessen und Ideen wie die Fermente mit anderen Lebensmitteln kombiniert und gegessen werden können. Die Rezepte sind gut erklärt und übersichtlich dargestellt. Mit der schieren Menge an Pflanzen, Jahreszeiten und Rezepten ist garantiert, dass jeder Fermentista für lange Zeit unterhalten bleibt mit diesem Buch. Das Sammeln von Wildpflanzen in der Natur ist per se eine erholsame Tätigkeit, und wenn mit den gesammelten Schätzen auch noch köstliche Fermente hergestellt werden können, dann ist die Erfüllung perfekt.

Ich habe an diesem tollen Buch keine Mängel gefunden, ausser einer: es fehlt ein Index, in welchem die verwendeten Pflanzen alphabetisch geordnet dargestellt sind. Bei diesem grossen Schatz an Pflanzen und Pflanzenteilen wäre ein solcher Index sehr nützlich.

Zu guter Letzt: der Text am Ende des Buches beschreibt das Buch sehr treffend, weshalb ich hier einen Ausschnitt davon zitieren möchte:

„Erst über die Jahre dieser praktischen Erfahrungen entwickelten sich praktikable Handhabungen, welche in Rezepte mündeten. Die Fotos entstanden nebenher und nicht bei Fototerminen in den Studios von Fotostylisten, und sie stammen auch nicht aus einem Fotoshop… Wir schreiben weder bequem, noch massentauglich. Unsere Bücher sollen die Realität einer Sache, eines Themas treffen. Dieses Werk über die Fermentation von Wildpflanzen stellt bloss einen Anstoss dar, der industrialisierten Nahrungsaufbereitung kritisch zu begegnen und den Leuten eine andere, urtümlichere Welt vor Augen zu führen und auf den Gaumen zu legen, einer Welt aus der wir herstammen und sich unsere Bakterien in Koevolution mitentwickeln konnten. Diese Erfahrungen bieten Anknüpfungspunkte für eine Veränderung im Denken und Fühlen einer in die Irre geleiteten Welt.“